CHERRY-MX-Schalter im Überblick

Switches, Schalter, mechanisch – wer in letzter Zeit etwas intensiver auf der Suche nach einer neuen Tastatur war, der dürfte auf mindestens eines dieser drei Begriffe gestoßen sein. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Tastentechnik für PC-Keyboards, die eine zuverlässigere, präzisere sowie haltbarere Eingabe erlaubt.

CHERRY hat mit der „Mechanical X-Point“-Technologie, kurz MX, die bekannteste und am weitesten verbreitete Schalter-Technik für mechanische Tastaturen auf dem Markt. Alle namhaften Hersteller, unter anderem Corsair oder Roccat, setzen die MX-Switches in ihren Gaming-Tastaturen ein, um den hohen Ansprüchen der PC-Spieler gerecht zu werden. Denn hier zählen vor allem die zuverlässige Umsetzung der Tasteneingaben und eine lange Lebensdauer – beides Eigenschaften, die die MX-Schalter bieten: Jedes Schaltermodul ist auf über 50 Millionen Anschläge getestet, ohne dabei an Eingabequalität zu verlieren. CHERRY ist somit auch der einzige Hersteller, der diese Lebensdauer auch garantiert. Deshalb sind mechanische Tastaturen mit CHERRY-MX-Switches auch im gewerblichen und industriellen Umfeld gerne gesehen, da sie somit auch professionelle Ansprüche erfüllen.

So funktioniert ein CHERRY-MX-Switch

Ein MX-Schaltermodul besteht aus mehreren Einzelteilen. An der Spitze befindet sich der sogenannte Stößel, der das auffälligste Bauteil der Switches ist und zusammen mit der Spiralfeder die Eingabecharakteristik definiert: An der Färbung erkennen Sie bereits, wie sich die Taste in der Praxis bedienen lässt, also ob sie beispielsweise linear auslöst und wie viel Kraft Sie für das Auslösen brauchen – doch dazu später noch mehr. Der Schalt-Schlitten verfügt über die sogenannte Kreuz-Aufnahme, um darauf die Tastenkappen einfach aufzustecken.

Das nächste Teil ist das Gehäuse-Oberteil, das für eine präzise Führung des Schalt-Schlitten sorgt und das Mechanik-Modul abdeckt. Unter dem Oberteil befindet sich nun das eigentliche mechanische Modul, nämlich die Spiralfeder aus Metall: Diese bestimmt den Druck-Widerstand, der je nach Schlitten-Farbe unterschiedlich, aber über die Nutzungsdauer hinweg gleichbleibend ausfällt.

Es folgt der Gold-Crosspoint-Kontakt, bei dem es sich um das Herz der MX-Switches handelt – denn hier befindet sich die Grundlage für die Langlebigkeit und zuverlässige Eingabe. Patentierte Dreieck-Kontakte treffen über Kreuz und im rechten Winkel hochpräzise aufeinander, schließen somit den elektrischen Kreis und lösen schlussendlich den Tastendruck aus.

Dank der Goldplattierung ist sichergestellt, dass sich die Kontakte durch den elektronischen Zusammenschluss selbst reinigen und somit nicht oxidieren. Den Abschluss des CHERRY-MX-Moduls bildet das Gehäuse-Unterteil, das als Sockel und Auflage für den Einbau in mechanische Tastaturen dient. Dank Glasfaserverstärkung ist auch die nötige Druckstabilität und Haltbarkeit bei den Eingaben gegeben.

Auf die Farbe kommt es an

Wie bereits erwähnt, gibt es den MX-Switch in mehreren Varianten, die sich nicht nur durch die Farbgebung des Stößels, sondern auch unter der Haube unterscheiden. Denn je nach Färbung brauchen Sie beispielsweise mehr oder weniger Kraft, um den Tastendruck auszulösen. Zu unterscheiden ist hierbei auch zwischen taktilen und linearen Modulen:  Taktil bedeutet, dass das Modul über einen spürbaren und/oder hörbaren Druckpunkt verfügt und Sie also bemerken, wenn Sie die Taste auslösen – das Klicken ist ein markantes Merkmal für mechanische Tastaturen. Linearen Switches hingegen fehlt diese Art der Rückmeldung. Die bekanntesten vier Farben der CHERRY-MX-Switches sind folgende: Rot, Braun, Blau und Schwarz. Im folgenden erfahren Sie, wie sich die Module voneinander unterscheiden.

CHERRY MX RED: Linear und bei Gamern beliebt

Besonders in der Gaming-Szene sind die CHERRY-MX-Red sehr beliebt, da sie über eine lineare Schaltercharakteristik verfügen und sich mit relativ wenig Kraft sowie recht flott auslösen lassen: Nur 45 Gramm sind nötig, nach zwei Millimetern löst die Taste aus.

 

CHERRY MX BROWN: Taktil und leise

Die braunen CHERRY-MX besitzen ein taktiles und somit spürbares Feedback, allerdings ohne den klassische „Klick“. Es sind 55 Gramm und ein Schaltweg von zwei Millimetern notwendig, um den Tastendruck auszulösen. Besonders Büronutzer setzen aufgrund der leisen Bedienweise und des spürbaren Widerstands auf die braunen Schalter.

 

CHERRY MX BLUE: Hör- und spürbar

Vieltipper schwören hingegen auf die CHERRY-MX-Blue, da diese Schaltermodule sehr deutlich ihren Schaltpunkt zurückmelden – mit einem angenehmen Klick und einem spürbaren Widerstand, weshalb diese Switches eher nichts für Großraumbüros sind. Zum Auslösen sind 60 Gramm Druck notwendig, das Auslösen erfolgt wiederum nach 2,2 Millimetern.

 

CHERRY MX BLACK: Präzise und linear

Bei den CHERRY-MX-Black handelt es sich wieder um rein lineare Schalter, die allerdings einen erhöhten Druck von etwa 60 Gramm und einen Schaltweg von zwei Millimetern für das Auslösen des Anschlags benötigen. Wer auf Genauigkeit Wert legt, der sollte zu den schwarzen CHERRY-MX greifen – unter anderem sorgt die straffere Spiralfeder dafür, dass die Taste schneller in die Ausgangsposition zurückfährt. Übrigens handelt es sich bei den CHERRY-MX-Black um die ältesten Module, die der Hersteller bereits 1984 einführte.

 

Die Qual der Wahl

Während vor einigen Jahren viele Hersteller meist nur eine Schalter-Farbe anboten, haben Sie mittlerweile die Wahl, mit welchen MX-Switches die Auslieferung der Tastatur erfolgt. Die ersten Modelle von Corsair erschienen als Vengeance-Reihe auf dem Markt und beinhalteten meist die CHERRY-MX-Red. Einige Modelle mit blauen und schwarzen Schaltern kamen nach und nach hinzu, genau wie die einfarbige Beleuchtung. Das Top-Modell, die Vengeance K95, gilt bis heute noch als ein wahres Mechanik-Flaggschiff, das für einen Preis von 192,98 Euro erhältlich ist. Doch auch Hersteller Roccat setzt auf CHERRY-MX-Schalter und hat Tastaturen wie die Ryos MK Pro für 179,99 Euro im Portfolio, die sogar zwei Mikroprozessoren einsetzt, wovon sich einer komplett um die Beleuchtung kümmert. Außerdem ist das Gaming-Keyboard mit allen Schalter-Farben erhältlich.CHERRY MX Board 3.0

Doch auch CHERRY bietet natürlich Modelle mit den hauseigenen Switches an: Das MX BOARD 3.0 kostet circa 70 Euro und ist somit der perfekte Einstig in die Welt mechanischer Tastaturen – und die Wahl für diejenigen, die mit Gaming nur wenig oder gar nichts am Hut haben, da das Design schlicht gehalten ist und auf Leuchteffekte oder spezielle Gaming-Tasten verzichtet. Darüber hinaus gibt es das MX BOARD 3.0 ebenfalls mit roten, blauen, schwarzen oder braunen MX-Switches.

CHERRY MX RGB: Farbenfrohe Beleuchtung

Für mehr Abwechslung und spektakuläre Leuchteffekte sorgen die RGB-Module der MX-Schaltertechnik. Hier liegt unter jedem einzelnen Modul eine LED, die im kompletten RGB-Farbspektrum leuchten kann – das sind 16,8 Millionen Farben! Um eine gleichmäßige Ausleuchtung der Tasten zu ermöglichen, hat Cherry die einzelnen Bauteile überarbeitet: Das Gehäuse-Oberteil besteht aus einem lichtdurchlässigen Linsen-Set, das das Licht der integrierten LED aktiv bricht und verlustfrei streut. Diese Technologie heißt bei Cherry „Refract“. Das Gehäuse-Unterteil ist ebenfalls überarbeitet und in den RGB-Versionen lichtdurchlässig, eine Aussparung lässt Platz für die LED.

Doch damit nicht genug: Über Treiber-Software lässt sich je nach Hersteller nicht nur die Farbe und Intensität jeder einzelnen Taste nach Lust und Laune bestimmen, sondern auch Leuchteffekte wie ein beeindruckender Regenbogeneffekt und viele andere lassen sich einstellen. Damit wird jede Tastatur mit den CHERRY-MX-RGB-Switches einzigartig!Corsair Gaming K95 RGBZu den ersten Modellen mit den RGB-Schaltern zählte die Corsair Gaming K95 RGB ab 172 Euro. Neben den zahlreichen Beleuchtungsmöglichkeiten ist die Tastatur mit roten, braunen oder blauen Schaltern erhältlich. Die aktuelle Corsair-Strafe-Serie gibt es ebenfalls mit einfarbigen oder RGB-Leuchten.

CHERRY MX SILENT: Ideal für empfindliche Ohren

CHERRY MX Silent RedMechanische Tastaturen sind in der Bedienung deutlich hörbar, was den ein oder anderen doch sehr stört. Deshalb hat CHERRY seine bewährten MX-Schalter weiterentwickelt und eine Silent-Version auf den Markt gebracht, die über eine Geräuschdämpfung verfügt. Die Silent-Module besitzen ein weiteres Bauteil, die sogenannte „Bottom out / Top out Dämpfung“. Hierbei handelt es sich um einen 2-Komponenten-Stößel. Auf diese Weise wird das klassische Klicken der mechanischen Switches minimiert, ohne dabei die jeweilige Schaltercharakteristik der MX-Module zu beeinflussen. Um den Unterschied zu hören, folgen Sie einfach diesem Link und klicken Sie auf „Soundtest“.

Natürlich gibt es auch alle drei Technologien in einem Modul: Die MX-SILENT-RGB-Switches vereinen höchste Präzision, individuelle Beleuchtung und leise Bedienung. Die erste Tastatur mit den CHERRY-MX-RGB-SILENT-Schalter ist die Corsair Strafe RGB Silent, für die der Hersteller eine unverbindliche Preisempfehlung von 159,99 Euro anführt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CHERRY MX NATURE WHITE: Linear und ohne Druckpunkt

RGB-NATURE-WHITEDie Schalter-Farbe „NATURE WHITE“ (nicht zu verwechseln mit den taktilen MX-WHITE) ist das neuste Mitglied der MX-Familie, bei dem es sich um einen rein linearen Switch ohne Kontaktrückmeldung handelt und somit eine leichte Schaltung nach nur zwei Millimetern ermöglicht. Für das Auslösen der Taste ist ein Druck von 55 Gramm notwendig. Um eine hohe Leuchtkraft der RGB-LED zu garantieren, übernimmt das Modul die lichtdurchlässigen Ober- und Unterteile der MX-RGB-Module. Die Nature White werden erstmals in der Shine-5-Tastatur des taiwanischen Herstellers Ducky zum Einsatz kommen.